Frieden in der Familie

Es ist wieder ein Jahr vergangen, und schon steht das nächste Weihnachten vor der Tür. Am Heiligen Abend, an diesem Fest der Liebe (und der Familie), fühlen wir uns geborgen im Kreis unserer liebsten Menschen und wünschen uns mit Jesus an unserer Seite nicht nur mehr Frieden für die große, weite Welt, sondern auch für unsere kleinen Welten – unsere Familien.

Eine Familie beginnt mit einem (Ehe-)Paar. Wie die beiden sich verstehen, wie sie miteinander umgehen und wie sie ihre Entscheidungen treffen, ist ausschlaggebend sowohl für ihre eigene Zufriedenheit als auch für die Atmosphäre in der gesamten Familie. Wahrscheinlich steht jedes (Ehe-)Paar vor der Herausforderung, seine persönlichen und aus dem Elternhaus mitgebrachten familiären Unterschiede in einen gemeinsamen Lebensalltag zu integrieren und aus einem „entweder – oder“ ein „sowohl als auch“ zu schaffen.

Auch wenn die Beziehung der beiden möglicherweise durch gegenseitige Verletzungen und Enttäuschungen bereits belastet ist, kann ein Dialog, eine friedliche und freundliche Kommunikation immer noch eine gute Lösung bieten. Für Gespräche über Themen, in denen (Ehe-)Partner unterschiedlicher Meinungen sind, sollte man sich Zeit nehmen. Wichtige Dinge kann und darf man nicht „zwischen Tür und Angel“ besprechen – Zeitdruck und die Angespanntheit der Gesprächspartner können oft zu Missverständnissen und Streit führen. 

Am besten verabreden sich die (Ehe-)Partner regelmäßig, z.B. einmal in der Woche, für eine Stunde, um ihre Beziehungsgespräche zu führen. Im Vorfeld sorgt das Paar dafür, dass es in dieser Zeit keine weiteren Verpflichtungen hat und nicht gestört wird. Beide Partner tragen gleichermaßen die Verantwortung für einen gelungenen Dialog – dafür, dass das Gespräch nicht eskaliert und nicht in eine Sackgasse gerät. Das Ergebnis eines solchen Dialogs, der mögliche Kompromiss am Ende, sollte zweitrangig sein. An erster Stelle steht das Zwiegespräch selbst, die Kommunikation beider (Ehe-)Partner miteinander. Bei gutem Verlauf kann daraus eine wertvolle Begegnung werden.

Als Erstes erörtern die Gesprächspartner abwechselnd ihre eigenen Perspektiven. Die Aufgabe des „Sprechers“ besteht darin, die persönliche Wahrnehmung des Problems in einem wohlwollenden Ton und mit sorgfältig gewählten Worten zu schildern. Statt den Partner anzugreifen oder ihm Vorwürfe zu machen, sollte man versuchen, über sich selbst zu sprechen – über die eigene Befindlichkeit, Gefühle, Gedanken, Visionen usw.

Die Aufgabe des „Zuhörers“ ist es, den „Sprecher“ nicht zu unterbrechen und ihn vollständig ausreden zu lassen. Während des Zuhörens bemüht er sich, eigene Gegenargumente und aufsteigende Emotionen zurückzuhalten, bis er an der Reihe ist. Das Wichtigste für ihn ist, dem Partner empathisch zu begegnen – seine Beweggründe nachzuvollziehen und zu begreifen, warum er dies oder jenes tut oder nicht tut, sagt oder nicht sagt.

Die aufrichtige Bemühung, das Gegenüber zu verstehen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein friedliches und liebevolles Miteinander in der Familie. Wir sind dann unglücklich und unzufrieden in unseren Beziehungen, wenn wir uns nicht verstanden fühlen. Wenn sich jeder von uns ein wenig Mühe gibt, den anderen zu verstehen, dann sind wir am Ende des Tages alle glückliche Gewinner.
Man kann nicht das erwarten, was man selbst nicht bereit ist zu geben.

Ein kleiner Beitrag von mir in einem Gemeindebrief, Dezember 2017


 

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